Als wir jetzt wieder in Nigeria sind gehe ich fast täglich in das Hospital, um verschiedene Arbeiten zu überwachen. Ich stolpere dabei öfters über einen kleinen Flaschenhals der etwa 10 m hinter dem Tor aus dem Weg ragt. Ich denke mir nichts dabei, da diese Glasscherbe bestimmt beim Planieren des Weges dort hin gelangt ist. Als Queen an einem der nächsten Tage gleichfalls den Flaschenhals entdeckt, lässt sie sofort einen Spaten holen. Meine Überraschung ist groß, als eine komplette etwa 15 cm große Flasche zum Vorschein kommt. Sie ist außen rot gestrichen und mit verschiedenen Zeichen versehen. Innen ist eine undefinierbare Flüssigkeit vorhanden. Der Doc, einige Schwestern und Leute die in der Nähe sind, kommen sofort angerannt. Queen scheint es geahnt zu haben, dass man wieder einmal einen "Ju-Ju" Gegenstand vergraben hatte. Mir fiel umgehend der Pastor aus dem Niger-Delta ein, der uns noch vor unserer Abreise in Deutschland vor vergrabenen "Ju-Jus" gewarnt hatte. Ich hatte dieser Aussage damals nur ein Schmunzeln gewidmet, doch jetzt rannten Queen und der Doc sofort los, um "heiliges Wasser" zu holen. Die "Ju-Ju" Flasche und der Platz an dem sie vergraben war, wurden dann ausgiebig damit besprüht. Die Flasche wurde dann in eine Plastiktüte gesteckt und der Doc wollte sie einem katholischen Priester übergeben. Er überlegte es sich dann doch anders und die Flasche wurde mit einer kleinen Zeremonie an den unbekannten Absender geschickt, damit das dem Hospital gewünschte Unglück auf ihn selbst zurückfallen würde.
Ich glaube zwar nicht an den ganzen "Ju-Ju" Kram, doch hier wird man ständig damit konfrontiert und so musste ich an meine "schrecklich-schöne, alte Ju-Ju Figur" denken, die ich 1974 bei einer meiner Reisen in Cotonou (Benin) erstanden hatte. Somit besitze ich auf jeden Fall ein wirksames Gegenmittel und einen starken "Ju-Ju" gegen all den Zauber.