Meistens saß sie gut getarnt und unbeweglich auf einem Ast in den Büschen und lauerte auf Beute. Mir fiel es immer schwer diese Fangheuschrecke zu entdecken, da sie die grüne Färbung der Blätter hatte. Queen besaß da ein besseres Auge und gewann fast immer unseren internen Wettstreit, wenn wir die schmalen Wege im Dorf entlang gingen. Wir hatten kaum unsere neue Behausung eingeweiht, erschien plötzlich an unserer Wohnzimmerdecke eine Gottesanbeterin und schien uns zu beobachten. Queen meinte sofort, dies sei ein besonderes Zeichen und es wäre bestimmt ihre vor einigen Jahren verstorbene Schwester Chidinma. Sie war einer Typhuserkrankung erlegen und hatte fünf Kinder zurückgelassen. Diese temperamentvolle lustige Frau war in ihrem Leben tatsächlich eine gläubige "Gottesanbeterin" und Kirchgängerin gewesen. Ich schnappte mir also "Chidinma", die mich mit verklärtem Blick aus einer anderen Welt anzuschauen schien, ganz vorsichtig und setzte sie weiter entfernt in die Büsche. Doch zwei Tage später saß sie wieder an der Decke und das Spielchen begann von vorn. Es schien "Chidinma" gut bei uns zu gefallen, doch ich konnte mich an den starren Gesichtsausdruck und das ständige beobachtet werden aus der Vogelperspektive nicht gewöhnen, nur Queen bekreuzigte sich, wenn sie die Gottesanbeterin erblickte und schien sich aufrichtig über den Besuch zu freuen. |