Dichtes Buschwerk und Gestrüpp in der Nähe des Imo-Rivers, es ist kaum ein Durchkommen. Doch plötzlich kräht irgendwo im Dickicht ein Hahn, aus einer anderen Richtung kommt sofort die Antwort. Hier müsste also ein Anwesen sein, doch es ist nichts zu entdecken. Plötzlich laufen vor uns mehrere Hähne über den schmalen Pfad. Ich erlaube mir die Bemerkung „wenn das Federvieh keinem gehört, haben wir den nächsten Hühnerbraten ja schon sicher". Ein Sturm der Entrüstung bricht unter meinen Begleitern aus. „Du willst dir wohl den Tod ins Haus holen, lass ja die Finger von diesen Hähnen. Die sind hier von Leuten ausgesetzt worden, die einen „Dibia" einen Nativheiler aufgesucht haben und dies ist die Opfergabe an die Flussgötter, damit ihre Krankheiten geheilt werden. Das Blut der Hähne wird auch an bestimmten Opferplätzen in den Fluss gegeben um die Götter zu versöhnen."
Kurze Zeit später stoßen wir auf einen Opferplatz. Eine kleine Bambushütte befindet sich oberhalb der Uferböschung. Von der Hütte zum Fluss ist der steile Steg stark ausgetreten, er wird also offensichtlich ständig benutzt. Im Fluss ist an dieser Stelle eine große Gesteinsplatte vorhanden, auf der man sehr gut stehen kann. Zwischen den Steinen im Flusssand befinden eine Vielzahl alter Münzen. Ich werde von meinen Begleitern sofort darauf hin gewiesen, ja keine der Münzen anzufassen, da ich sonst alle Krankheiten der Welt bekommen würde. Die Münzen wurden hier von kranken Menschen geopfert, um von den Göttern Gesundheit zu erlangen. Ich würde mit dem Anfassen die ganzen Gebrechen übernehmen. Meinen Begleitern war der Platz sichtlich unheimlich und so setzten wir unseren Weg fort, wobei alle darauf achteten, dass ich ja keine Münze in meinen Taschen verschwinden ließ.