Maniok, oder auch mehrheitlich Kassava genannt, gehört neben Jam zu den Hauptnahrungsmitteln im Igbo-Land. Vor Beginn der Regenzeit wird einfach ein 20 cm langer Pflanzenstock in die Erde gesteckt. Durch den ständigen Regen treiben die Ableger schnell und bilden im Boden bis zu 30 cm lange Wurzelknollen, die dann später in der Trockenzeit nach und nach aus dem Boden geholt und für den Verzehr bearbeitet werden. Es bedarf mehrerer Arbeitsvorgänge bis das Endprodukt endlich fertig ist. Zuerst werden die Wurzeln geschält und gewaschen. Hier beteiligen sich die Frauen, aber auch die Jungen und Mädchen müssen helfen. Nachdem die harte hellbraune Schale entfernt ist und das Waschen beendet ist, werden sie in Säcke gefüllt und zum Markt gebracht. Dort gibt es eine kleine Mühle in der die Wurzeln gemahlen werden. Hierbei wird die Hauptflüssigkeit ausgepresst die leicht giftig ist. Nachdem das feuchte Kassavamehl in den Säcken wieder nach Hause gebracht wurde, beginnt ein neuer Arbeitsgang. Hier müssen die Jungs ran! Über einem offenen Feuer wird ein Dreibein aufgestellt um dort eine große flache Schüssel zu platzieren. Das feuchte Kassavamehl das ganz weiß ist, wird nun nach und nach in die Schüssel geschüttet und unter Zugabe von etwas Palmöl immer wieder gewendet. Das Kassavamehl erhält durch das Palmöl eine goldgelbe Färbung. Durch das ständige Wenden und Rühren über dem Feuer wird nun die letzte Feuchtigkeit entfernt. Die Jungen singen bei der Arbeit oder erzählen sich die Neuigkeiten aus dem Dorf. Sie wechseln sich bei der Arbeit auch immer wieder ab, da bei der hohen Außentemperatur und dem Feuer dies eine schweißtreibende Angelegenheit ist. Nachdem das Kassavamehl die Schüssel passiert hat, ist das Endprodukt fertig. Man nennt es "Garree" aus dem das "Fufu" zubereitet wird. Es wird mit Wasser gemischt in einem Holzmörser gestampft und ist dann so ähnlich wie Hartweizengries. Man isst es mit der Hand, indem jeweils ein Stück in eine Soße getunkt wird. Die ganze Kassava kann auch gekocht werden, dann wird sie geschält, in feine Streifen geschnitten und in einen geflochtenen Korb gegeben. Oben drauf kommen Bananenblätter und der Korb wird verschlossen eine Nacht in einen fließenden Bach oder Fluss gehängt, damit die Giftstoffe ausgespült werden. Am nächsten Tag können nach neuerlichem Durchspülen die Scheiben gegessen werden oder sie werden auf eine geflochtene Matte gelegt und in der Sonne getrocknet. Diese Chips sind unbegrenzt haltbar und können dann jederzeit kurz ins Wasser gelegt werden und mit Kokosnuss oder Erdnüssen gegessen werden. |