Anfang April beginnen die ersten Mangos reif zu werden. Die großen Bäume hängen voller Früchte. Es sind Hunderte dicht an dicht, an langen lianenartigen Schnüren, die nach und nach reif werden. Im Igbo-Land gibt es etwa 10 verschiedene Sorten von der Größe eines Hühnereies bis zur Größe einer Honigmelone. Junge Burschen klettern auf die Bäume, um die Früchte zu erreichen oder schütteln kräftig an den Zweigen, damit die Mangos zu Boden fallen. Sie müssen dann schnell gegessen werden, da sie sonst an den Druckstellen zu faulen beginnen. Die Schale zieht man einfach mit einem Messer ab und legt das gelbe Fruchtfleisch frei. Die Mango ist sehr saftig, etwas faserig und schmeckt hervorragend. Es gibt jedoch auch eine Sorte die kaum Fasern hat. Diese Sorte gibt es bei uns in Deutschland kaum zu kaufen, obwohl sie im Igbo-Land den sinnigen Namen "German Mango" führt. Eine kleine Sorte ist fast ungenießbar, da sie so stark nach Benzin riecht und schmeckt, dass sie auch als "Kerosin-Mango" bezeichnet wird. Es gibt auch einen berühmten Roman des nigerianischen Schriftstellers Biyi Bandele-Thomas mit diesem Titel. Überhaupt erzählt man sich über die Namensgebung der Mango eine lustige Geschichte. Als die ersten Weißen in dieses Gebiet kamen, fragten sie die Leute nach dem Namen der Frucht. Da die aber der Frucht noch keinen Namen gegeben hatten und die Weißen immer wieder den Namen wissen wollten, wurde ihnen die Angelegenheit lästig. Sie sagten daher das englische "Men go" um sie endlich los zu werden. Die Weißen nannten ab diesem Zeitpunkt die Frucht "Mango" und der Name wurde auch von den Igbos übernommen. |